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Die Rolle von Apps in der Gesundheitsversorgung

netcomputing.de Redaktion24. Juni 20234 Min. Lesezeit
Die Rolle von Apps in der Gesundheitsversorgung
Photo by National Cancer Institute

Zusammenfassung

In den letzten Jahren hat sich die Gesundheitsversorgung dank des technologischen Fortschritts stark weiterentwickelt. Apps spielen dabei eine immer größere Rolle für Patienten, Ärzte und andere Fachkräfte im Gesundheitswesen. Diese digitalen Anwendungen bieten zahlreiche Vorteile und ermöglichen...

Apps sind für Patienten, Ärzte und weitere Fachkräfte im Gesundheitswesen heute ein alltägliches Werkzeug. In Deutschland zeigt sich das besonders deutlich am Programm der digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA): Seit dem Digitale-Versorgung-Gesetz von 2019 können Ärzte bestimmte Apps auf Rezept verordnen, und die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten. Deutschland war damit das erste Land, in dem sich Apps auf Rezept verordnen lassen.

Verbesserte Kommunikation und Zugänglichkeit

Eine der wichtigsten Funktionen von Gesundheits-Apps ist die verbesserte Kommunikation zwischen Patienten und medizinischem Fachpersonal. Durch den direkten Zugriff auf Informationen und die Möglichkeit, Nachrichten auszutauschen, können Patienten Fragen stellen, medizinische Ergebnisse teilen und ihre Gesundheitsdaten überwachen. Dadurch wird die Kommunikation schneller, einfacher und effektiver.

Die Zugänglichkeit zur medizinischen Versorgung wird ebenfalls verbessert. Durch die Nutzung von Apps können Patienten ihre Symptome oder gesundheitlichen Bedenken bequem von zu Hause aus mit einem Arzt besprechen, ohne einen physischen Termin vereinbaren zu müssen. Das spart Zeit und Kosten für beide Seiten und ermöglicht eine schnellere Reaktion auf medizinische Anliegen.

Personalisierte medizinische Betreuung

Ein weiterer wichtiger Vorteil von Gesundheits-Apps liegt in der Möglichkeit einer personalisierten medizinischen Betreuung. Durch die Nutzung von Daten und Algorithmen können diese Apps individuelle Empfehlungen und Informationen liefern, die auf den spezifischen Bedürfnissen und Gesundheitszielen des Benutzers basieren.

Beispielsweise können Fitness-Apps Trainingspläne erstellen, die auf dem aktuellen Fitnessniveau und den persönlichen Zielen des Nutzers basieren. Diabetes-Apps können Blutzuckerwerte überwachen und basierend auf den Daten Empfehlungen für Ernährung und Medikation geben. Diese personalisierten Ansätze verbessern die Effektivität der medizinischen Betreuung und ermöglichen den Benutzern, ihre Gesundheitsziele besser zu erreichen.

Ein Beispiel für personalisierte, ärztlich verordnete Apps sind die DiGA: Im März 2026 waren 61 Anwendungen im offiziellen Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet, davon 50 dauerhaft und 11 vorläufig zugelassen. Die meisten davon richten sich an psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Stress, gefolgt von Anwendungen bei muskuloskelettalen Beschwerden wie Rücken- oder Gelenkproblemen.

Gesundheitsüberwachung und Prävention

Gesundheits-Apps ermöglichen auch die Überwachung bestimmter Gesundheitsparameter. Mit Hilfe von Sensoren in Smartwatches oder anderen tragbaren Geräten können Benutzer ihre Herzfrequenz, Schlafqualität, Aktivitätsniveau und andere wichtige gesundheitsbezogene Informationen messen und überwachen. Diese Daten können Feedback und Einblicke liefern, um die Gesundheit zu verbessern und potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus können Gesundheits-Apps auch bei der Prävention von Krankheiten eine Rolle spielen. Durch die Bereitstellung von Informationen über gesunde Lebensweise, Ernährung und Fitness können diese Apps dazu beitragen, das Bewusstsein für Prävention zu fördern und Menschen dazu zu ermutigen, gesündere Entscheidungen zu treffen.

Verbesserte Patientenbildung

Gesundheits-Apps bieten auch eine Plattform zur Patientenbildung. Sie können umfangreiche Informationen zu bestimmten Krankheiten, medizinischen Verfahren oder Medikamenten liefern. Benutzer können auf diese Weise ihr Wissen über ihre Gesundheitszustände erweitern und besser informierte Entscheidungen treffen.

Darüber hinaus können Apps auch Erinnerungen und Benachrichtigungen für Medikamenteneinnahme und Arzttermine bereitstellen. Dies kann dazu beitragen, die Einhaltung von Behandlungsplänen zu verbessern und die Medikamentensicherheit zu erhöhen.

Über verbesserte Kommunikation, personalisierte Betreuung, Gesundheitsüberwachung und Patientenbildung sind Gesundheits-Apps inzwischen fester Bestandteil der medizinischen Versorgung. Mit dem DiGA-Verzeichnis und vergleichbaren Programmen in anderen Ländern dürfte die Zahl ärztlich verordneter Apps in den kommenden Jahren weiter steigen.

  • Hinweis: Die in diesem Artikel genannten Informationen stellen keine medizinische Beratung dar. Im Zweifelsfall sollte immer ein Arzt oder medizinisches Fachpersonal konsultiert werden.

Häufig gestellte Fragen

Was sind digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)?

Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) sind Apps, die Ärzte in Deutschland auf Rezept verordnen können und deren Kosten die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen. Grundlage ist das Digitale-Versorgung-Gesetz von 2019, mit dem Deutschland das erste Land wurde, in dem sich Apps auf Rezept verordnen lassen. Im März 2026 waren 61 DiGA im Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gelistet.

Für welche Erkrankungen gibt es die meisten DiGA?

Die meisten digitalen Gesundheitsanwendungen richten sich an psychische Erkrankungen wie Depression, Angststörungen oder Stress. An zweiter Stelle folgen Anwendungen für muskuloskelettale Beschwerden wie Rücken- oder Gelenkprobleme, ergänzt um Angebote zu Schmerz, Schlaf, Stoffwechsel, Neurologie und Übergewicht.

Ersetzt eine Gesundheits-App den Besuch beim Arzt?

Nein, Gesundheits-Apps ergänzen die ärztliche Behandlung, ersetzen sie aber nicht. Sie unterstützen bei Kommunikation, Überwachung von Gesundheitswerten und Patientenbildung, medizinische Entscheidungen bleiben aber Aufgabe von Ärzten und weiterem Fachpersonal.

Wie überwachen Gesundheits-Apps den eigenen Gesundheitszustand?

Über Sensoren in Smartwatches oder anderen tragbaren Geräten erfassen Gesundheits-Apps Werte wie Herzfrequenz, Schlafqualität und Aktivitätsniveau. Die gesammelten Daten liefern Rückmeldungen, mit denen sich die eigene Gesundheit einschätzen und potenzielle Probleme frühzeitiger erkennen lassen.

Quellen

  1. DiGA – Apps auf Rezept, Viatris, abgerufen am 2026-08-27
  2. Welche DiGA es gibt und wo man sie findet, Viatris, abgerufen am 2026-08-27
  3. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA), Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), abgerufen am 2026-08-27

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