UX-Design-Trends 2023

netcomputing.de Redaktion24. April 20239 Min. Lesezeit
UX-Design-Trends 2023
Foto von UX Indonesia

Zusammenfassung

Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade im Bereich des UX-Designs, das sich mit der Gestaltung der Benutzererfahrung auf digitalen Geräten beschäftigt, gibt es eine Vielzahl an Trends und Entwicklunge...

Die Digitalisierung bestimmt inzwischen weite Teile des Alltags. Gerade im Bereich des UX-Designs, das sich mit der Gestaltung der Benutzererfahrung auf digitalen Geräten beschäftigt, gibt es mehrere Entwicklungen, die das Nutzererlebnis beeinflussen. Welche UX-Design-Trends werden 2023 besonders relevant sein?

Dieser Artikel stellt fünf UX-Design-Trends vor, die das Jahr 2023 prägen: künstliche Intelligenz im UX-Design, 3D-Design-Elemente, Voice User Interfaces, der Dark Mode und Barrierefreiheit. Er ordnet dabei auch die Chancen und Herausforderungen der einzelnen Trends ein und zeigt, wie Unternehmen sie in der Praxis umsetzen können.

Moderne Technologien im UX-Design können die Benutzererfahrung spürbar verbessern und die Kundenzufriedenheit erhöhen. Gleichzeitig müssen die Bedürfnisse und Fähigkeiten aller Nutzerinnen und Nutzer berücksichtigt werden, damit die Gestaltung der Benutzeroberflächen inklusiv bleibt.

1. KI-gestützte Personalisierung

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) im UX-Design wird im Jahr 2023 weiter zunehmen. Unternehmen werden verstärkt KI-basierte Technologien nutzen, um personalisierte Erlebnisse für ihre Nutzer zu schaffen. Durch den Einsatz von Machine-Learning-Technologien können Algorithmen lernen, welche Art von Inhalten oder Interaktionen für bestimmte Nutzer relevant sind und diese automatisch bereitstellen.

Personalisierung ist ein wichtiger Trend, da Nutzer heutzutage immer höhere Erwartungen an digitale Erlebnisse haben. Durch die Erstellung von personalisierten Erlebnissen können Unternehmen die Zufriedenheit der Nutzer steigern und deren Loyalität gegenüber der Marke fördern. Personalisierung kann auch dazu beitragen, dass Benutzer schneller finden, was sie suchen, und dadurch die Konversionsrate erhöhen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie KI im UX-Design eingesetzt werden kann. Eine davon ist die Verwendung von Nutzerprofilen, um personalisierte Inhalte oder Interaktionen bereitzustellen. Ein Beispiel wäre, dass ein Online-Shop durch die Analyse des Nutzerverhaltens personalisierte Produktempfehlungen ausspricht oder den Nutzern gezielt passende Angebote unterbreitet. Eine andere Möglichkeit ist die personalisierte Navigation, bei der die Benutzerführung auf Basis von Nutzerprofilen optimiert wird.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen bei der Umsetzung von Personalisierung durch KI im UX-Design. Zum Beispiel müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie genügend Daten von den Nutzern sammeln, um aussagekräftige Nutzerprofile zu erstellen. Es muss auch darauf geachtet werden, dass Nutzer nicht das Gefühl haben, dass ihre Privatsphäre verletzt wird, indem zu viele persönliche Daten gesammelt werden.

2. 3D-Design

Der Einsatz von 3D-Design-Elementen wird im Jahr 2023 im UX-Design weiter an Bedeutung gewinnen. Durch 3D-Design-Elemente können Benutzeroberflächen ansprechender und interaktiver gestaltet werden. 3D-Modelle und Animationen können als visuelle Hilfsmittel genutzt werden, um den Nutzer durch komplexe Prozesse zu führen, oder um Produkte und Dienstleistungen auf eine ansprechendere Weise zu präsentieren.

3D-Design-Elemente können auch dazu beitragen, die Interaktivität der Benutzeroberfläche zu erhöhen. Beispielsweise können 3D-Elemente durch den Einsatz von Gestensteuerung oder Augensteuerung bedient werden. Dadurch wird die Interaktion mit der Benutzeroberfläche intuitiver und natürlicher.

Ein weiterer wichtiger Trend im Zusammenhang mit 3D-Design ist die zunehmende Nutzung von Augmented Reality (AR). AR ermöglicht es Benutzern, virtuelle 3D-Modelle in der realen Welt zu platzieren und mit ihnen zu interagieren. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten, Produkte oder Dienstleistungen zu präsentieren und zu verkaufen. Ein Beispiel wäre eine AR-App, mit der Nutzer virtuelle Möbel in ihrem eigenen Zuhause platzieren und sehen können, wie sie aussehen würden.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung von 3D-Design-Elementen im UX-Design. Zum einen ist die Umsetzung von 3D-Design oft aufwändiger und erfordert mehr Ressourcen als die Gestaltung von 2D-Design-Elementen. Zum anderen müssen 3D-Design-Elemente auch auf verschiedenen Geräten und Bildschirmgrößen gut funktionieren. Die steigende Verbreitung von AR-Technologie dürfte den Einsatz von 3D-Design-Elementen zusätzlich beschleunigen, weil Nutzer virtuelle Objekte direkt in ihrer realen Umgebung platzieren und bewerten können.

3. Voice User Interface (VUI)

Voice User Interfaces (VUI) sind Benutzeroberflächen, die durch Sprachsteuerung bedient werden. Im Jahr 2023 wird dieser Trend im UX-Design weiter an Bedeutung gewinnen. Der Einsatz von Sprachtechnologie hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt, und die Technologie wird in Zukunft noch präziser und natürlicher werden.

VUIs können auf verschiedenen Geräten wie Smartphones, Smart-Home-Geräten, intelligenten Lautsprechern oder Fahrzeugen eingesetzt werden. Mit einem VUI können Benutzer über Sprachbefehle Aufgaben erledigen oder Informationen abrufen, ohne auf eine Tastatur oder ein Touchpad zurückgreifen zu müssen. Dadurch kann die Bedienung von Geräten oder Anwendungen einfacher, schneller und bequemer werden.

Ein weiterer Vorteil von VUIs ist, dass sie für Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten oder Behinderungen zugänglicher sind. Menschen mit Sehbehinderungen oder motorischen Beeinträchtigungen können ein VUI nutzen, um Geräte und Anwendungen zu bedienen, die sonst für sie schwer zugänglich wären.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen bei der Umsetzung von VUIs im UX-Design. Eine Herausforderung ist, dass Sprachtechnologie nicht immer zuverlässig ist und manchmal falsch versteht, was der Benutzer sagt. Auch muss darauf geachtet werden, dass der Benutzer nicht das Gefühl hat, dass seine Privatsphäre verletzt wird, indem zu viele persönliche Informationen gesammelt werden.

4. Dark Mode

Der Dark Mode, bei dem die Benutzeroberfläche dunkel statt hell gestaltet wird, ist ein Trend, der im Jahr 2023 weiter an Bedeutung gewinnen wird. Der Dark Mode wird in verschiedenen Anwendungen und Geräten, wie z.B. Smartphones, Tablets, Laptops, Betriebssystemen und Social-Media-Plattformen, eingesetzt.

Ein Vorteil des Dark Mode ist, dass er bei längerem Gebrauch die Augen weniger beansprucht als der helle Modus, da die Augen weniger Licht reflektieren müssen. Insbesondere bei der Verwendung von Geräten in dunklen Umgebungen kann der Dark Mode dazu beitragen, die Ermüdung der Augen zu reduzieren und ein angenehmeres Nutzererlebnis zu schaffen.

Eine weitere Überlegung beim Einsatz des Dark Mode ist, dass er den Stromverbrauch von Geräten reduzieren kann. Insbesondere bei Geräten mit OLED-Displays, bei denen jeder Pixel separat beleuchtet wird, kann der Dark Mode dazu beitragen, den Stromverbrauch zu senken.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen beim Einsatz des Dark Mode im UX-Design. Ein Problem ist, dass einige Anwendungen oder Inhalte auf einer dunklen Oberfläche schwerer zu lesen sein können als auf einer hellen Oberfläche. Die Farbkombinationen müssen sorgfältig ausgewählt werden, um sicherzustellen, dass der Text auf der dunklen Oberfläche gut lesbar bleibt.

Die tatsächliche Akkuersparnis durch den Dark Mode fällt allerdings geringer aus als oft angenommen: Eine Studie der Purdue University maß bei OLED-Displays und alltäglicher Bildschirmhelligkeit von 30 bis 50 Prozent nur 3 bis 9 Prozent zusätzliche Akkulaufzeit, bei voller Helligkeit im Freien dagegen 39 bis 47 Prozent. Der spürbare Vorteil liegt damit vor allem in heller Umgebung bei maximaler Displayhelligkeit, nicht im alltäglichen Innenraumgebrauch.

5. Barrierefreiheit

Die Barrierefreiheit im UX-Design wird im Jahr 2023 immer wichtiger werden. Die Gestaltung von benutzerfreundlichen Interfaces für Menschen mit Behinderungen oder eingeschränkten Fähigkeiten wird immer stärker in den Fokus rücken. Dazu gehören beispielsweise Menschen mit Sehbehinderungen, Hörbehinderungen, motorischen Einschränkungen oder kognitiven Beeinträchtigungen.

Die Bedeutung von Barrierefreiheit im UX-Design wird durch die steigende Anzahl von Menschen mit Behinderungen in der Bevölkerung und die zunehmende Digitalisierung von Dienstleistungen und Produkten verstärkt. Barrierefreiheit im UX-Design bedeutet, dass Interfaces so gestaltet werden, dass sie von allen Benutzern unabhängig von ihren Fähigkeiten oder Einschränkungen genutzt werden können.

Ein wichtiger Aspekt von Barrierefreiheit im UX-Design ist die Verwendung von klarer, einfacher Sprache. Eine klare und einfache Sprache kann dazu beitragen, dass alle Benutzer den Inhalt verstehen und von den Dienstleistungen oder Produkten profitieren können. Eine gute Farbkontrastgestaltung kann ebenfalls dazu beitragen, dass Benutzer mit Sehbehinderungen die Inhalte auf der Benutzeroberfläche besser erkennen können.

Die Verwendung von Barrierefreiheitsstandards wie den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) kann dazu beitragen, dass Barrierefreiheit im UX-Design besser berücksichtigt wird. Diese Standards geben Empfehlungen für die Gestaltung von Barrierefreiheit und können Unternehmen dabei helfen, ihre Interfaces für alle Benutzer zugänglich zu machen.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Umsetzung von Barrierefreiheit im UX-Design. Zum einen erfordert die Gestaltung von barrierefreien Interfaces oft mehr Ressourcen und Zeit. Zum anderen ist die Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards oft komplex und erfordert spezielles Wissen.

Die aktuelle Fassung der Web Content Accessibility Guidelines, WCAG 2.2, ist seit Dezember 2024 als W3C-Empfehlung verbindlich und ergänzt frühere Fassungen um neun weitere Erfolgskriterien, etwa zur Sichtbarkeit des Tastaturfokus und zur Mindestgröße von Bedienelementen. Wie groß der Nachholbedarf in der Praxis ist, zeigt die jährliche Untersuchung von WebAIM: 2026 wiesen 95,9 Prozent der untersuchten Startseiten mindestens einen WCAG-Verstoß auf, am häufigsten zu geringen Textkontrast und fehlende Alternativtexte für Bilder.

UX Design Jobs

UX-Design-Jobs werden im Jahr 2023 immer wichtiger, da Unternehmen zunehmend auf eine ansprechende und benutzerfreundliche Gestaltung ihrer digitalen Produkte und Dienstleistungen setzen. UX-Designer sind dabei verantwortlich für die Gestaltung der Benutzererfahrung auf digitalen Geräten und tragen damit maßgeblich zum Erfolg eines Produkts oder einer Dienstleistung bei. Die Bedeutung von UX-Design-Jobs spiegelt sich auch in der steigenden Anzahl von Stellenangeboten wider. Wer sich für eine Karriere im UX-Design interessiert, sollte sich auf dem neuesten Stand der Technik halten und über eine breite Palette an Fähigkeiten verfügen, um den Anforderungen des sich ständig wandelnden Arbeitsmarkts gerecht zu werden.

Häufig gestellte Fragen

Spart der Dark Mode auf dem Smartphone tatsächlich Akkulaufzeit?

Der Dark Mode spart auf OLED-Displays nur bei hoher Bildschirmhelligkeit spürbar Akku. Eine Studie der Purdue University maß bei typischer Innenraumhelligkeit von 30 bis 50 Prozent lediglich 3 bis 9 Prozent zusätzliche Laufzeit, bei voller Helligkeit im Freien dagegen 39 bis 47 Prozent. Für den alltäglichen Gebrauch in Innenräumen ist der Effekt damit meist kaum spürbar.

Wie viele Websites erfüllen die Barrierefreiheits-Richtlinien WCAG tatsächlich?

Nur ein Bruchteil: Die jährliche Untersuchung von WebAIM fand 2026 auf 95,9 Prozent der untersuchten Startseiten mindestens einen WCAG-2-Verstoß, meist zu geringem Textkontrast oder fehlenden Alternativtexten für Bilder. Die aktuelle Fassung WCAG 2.2 ist seit Dezember 2024 als W3C-Empfehlung verbindlich.

Was ist ein Voice User Interface und wofür wird es eingesetzt?

Ein Voice User Interface ist eine Benutzeroberfläche, die über gesprochene Sprache statt über Tastatur oder Touchscreen bedient wird, etwa bei Smart-Home-Geräten, intelligenten Lautsprechern oder im Auto. Es macht Anwendungen auch für Menschen mit Seh- oder motorischen Einschränkungen leichter zugänglich, ist aber auf zuverlässige Spracherkennung angewiesen und wirft eigene Datenschutzfragen auf, weil dafür Sprachdaten verarbeitet werden.

Wie setzen Unternehmen künstliche Intelligenz für personalisierte Benutzererfahrungen ein?

Unternehmen nutzen KI-Algorithmen, die aus dem bisherigen Nutzerverhalten lernen, welche Inhalte oder Interaktionen für eine einzelne Person relevant sind, und diese automatisch bereitstellen, etwa als personalisierte Produktempfehlung oder angepasste Navigation. Voraussetzung dafür ist eine ausreichende Datengrundlage, weshalb Unternehmen zugleich sicherstellen müssen, dass Nutzerinnen und Nutzer der Datenerhebung zustimmen und ihre Privatsphäre gewahrt bleibt.

Quellen

  1. Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, W3C, abgerufen am 2026-08-27
  2. The WebAIM Million: The 2026 Report on the Accessibility of the Top 1,000,000 Home Pages, WebAIM, abgerufen am 2026-08-27
  3. Dark Mode May Not Save Your Phone's Battery Life As Much As You Think, Purdue University, abgerufen am 2026-08-27

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