Technologie

Wearables als Fitness-Tracker und Gesundheitshelfer

netcomputing.de Redaktion14. Dezember 20225 Min. Lesezeit
Wearables als Fitness-Tracker und Gesundheitshelfer
Photo by ThisisEngineering RAEng

Zusammenfassung

Der weltweite Absatz von Wearables erreichte laut IDC 2025 rund 590,7 Millionen Geräte, wobei kabellose Hearables inzwischen etwa zwei Drittel aller Auslieferungen ausmachen. Fitness-Tracker von Herstellern wie Fitbit, Garmin und Apple messen Herzfrequenz und Bewegung über optische Sensoren und Beschleunigungsmesser und haben sich seit der FDA-Zulassung der Apple Watch als rezeptfreies EKG-Gerät 2018 zu ernstzunehmenden Gesundheitsgeräten entwickelt. 2024 folgten mit Dexcom Stelo und Abbott Lingo die ersten rezeptfreien Blutzuckersensoren. Auch außerhalb von Fitness und Medizin haben sich Wearables bewährt, etwa als Datenbrillen, mit denen DHL die Kommissionierung in Lagerhallen beschleunigt.

Der weltweite Absatz von Wearables, tragbaren Geräten wie Fitness-Trackern, Smartwatches und kabellosen Kopfhörern mit eingebauter Sensorik, erreichte nach Schätzungen des Marktforschers IDC im Jahr 2025 rund 590,7 Millionen Einheiten, für 2026 werden 614,1 Millionen erwartet. Am stärksten wachsen dabei nicht Smartwatches, sondern sogenannte Hearables, kabellose Ohrhörer mit eingebauten Sensoren: Sie sollen 2026 laut IDC-Prognose rund zwei Drittel aller ausgelieferten Geräte ausmachen, mit 407,6 Millionen Einheiten. Smartwatches dagegen gehen für 2026 mit 159,7 Millionen Einheiten leicht zurück, ein Minus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wie Fitness-Tracker Körperdaten messen

Ein Fitness-Tracker misst die Herzfrequenz meist optisch: Eine grüne LED durchleuchtet die Haut am Handgelenk, ein Sensor registriert, wie viel Licht das Blut je nach Pulsschlag reflektiert. Ein eingebauter Beschleunigungssensor erfasst Bewegungen und leitet daraus Schritte, zurückgelegte Distanz und Schlafphasen ab. Hersteller wie Fitbit, das 2007 gegründet wurde und seit dem 14. Januar 2021 zu Google gehört, Garmin und Apple mit seiner Apple Watch haben diese Messverfahren über das vergangene Jahrzehnt in Alltagsgeräte für ein breites Publikum verwandelt. Spezialisiertere Anbieter wie Oura setzen ähnliche Sensorik in einem Ring statt einer Uhr um.

Medizinische Wearables mit behördlicher Zulassung

Einige Wearables sind inzwischen keine reinen Fitnessgeräte mehr, sondern zugelassene Medizinprodukte. Die US-Arzneimittelbehörde FDA erteilte der Apple Watch Series 4 am 11. September 2018 die Zulassung als rezeptfreies EKG-Gerät, die erste ihrer Art. Die Funktion, die eine vereinfachte Herzstromkurve über einen Finger am Kranz der Uhr aufzeichnet, kam Ende 2018 per Software-Update auf die Geräte und ist laut FDA-Auflage nicht für Personen unter 22 Jahren oder mit bereits diagnostiziertem Vorhofflimmern gedacht. Bei der Blutzuckermessung folgte der nächste Schritt 2024: Im März erhielt der Sensor Stelo des Herstellers Dexcom die FDA-Zulassung als erster rezeptfreier kontinuierlicher Glukosemonitor, verfügbar in den USA seit dem 26. August 2024, im Juni zog Abbott mit dem Sensor Lingo nach. Beide Sensoren sitzen als Pflaster auf der Haut, senden Werte bis zu 15 Tage lang an eine Smartphone-App und lassen sich darüber auch auf einer kompatiblen Smartwatch anzeigen. Für eine ärztlich verordnete Diabetestherapie sind sie nicht zugelassen, ihre Zielgruppe sind gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten ohne Diagnose.

Sicherheitsfunktionen direkt am Handgelenk

Dieselbe Sensorik, die Fitnessdaten erfasst, erkennt auch Stürze: Registriert eine Smartwatch einen harten Aufprall gefolgt von Bewegungslosigkeit, fragt sie nach, ob Hilfe nötig ist, und setzt nach einer Minute ohne Reaktion automatisch einen Notruf ab, inklusive des per GPS ermittelten Standorts. Für ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen kann diese Funktion den Unterschied machen, wie schnell nach einem Sturz Hilfe eintrifft, insbesondere wenn niemand sonst in der Nähe ist.

Datenbrillen in Lagerhallen und an Frachtzentren

Auch außerhalb von Fitness und Medizin haben sich Wearables in der Praxis bewährt. DHL testete 2015 gemeinsam mit dem Kunden Ricoh und dem Wearable-Spezialisten Ubimax an einem Lagerstandort im niederländischen Bergen op Zoom, ob Datenbrillen die Kommissionierung beschleunigen: Zehn Lagermitarbeiter trugen drei Wochen lang Google Glass oder Vuzix M100 und erhielten Regalplatz und Zielort für jede Ware direkt ins Sichtfeld eingeblendet. Der Test erhöhte die Geschwindigkeit beim Kommissionieren um 25 Prozent. DHL rüstete daraufhin weitere Standorte aus, darunter Frachtzentren in Brüssel und Los Angeles, inzwischen mit der zweiten Generation der Google Glass Enterprise Edition.

Was mit den erfassten Gesundheitsdaten geschieht

Jede dieser Funktionen setzt voraus, dass ein Gerät fortlaufend Körperdaten an eine App und von dort meist an einen Server des Herstellers sendet. Bei der Übernahme von Fitbit durch Google, die am 14. Januar 2021 abgeschlossen wurde, machte die EU-Wettbewerbsbehörde ihre Freigabe deshalb von der Zusage abhängig, dass Google Fitbit-Gesundheitsdaten getrennt von anderen Google-Diensten speichert und nicht für Werbezwecke nutzt. Wer ein Wearable einrichtet, sollte deshalb in den Datenschutzeinstellungen der zugehörigen App prüfen, welche Daten an Dritte weitergegeben werden und ob sich diese Weitergabe abschalten lässt, gerade bei Geräten, die Gesundheitsdaten wie Herzfrequenz oder Blutzuckerwerte erfassen.

Häufig gestellte Fragen

Welche Geräteklasse wächst bei Wearables 2026 am stärksten?

Nach der IDC-Prognose für 2026 wachsen vor allem Hearables, also kabellose Ohrhörer mit eingebauten Sensoren. Sie sollen mit 407,6 Millionen Einheiten rund zwei Drittel aller ausgelieferten Wearables ausmachen. Smartwatches gehen im selben Zeitraum dagegen leicht zurück, ein Minus von 2,8 Prozent auf 159,7 Millionen Einheiten.

Ersetzen die neuen Blutzuckersensoren eine ärztlich verordnete Diabetestherapie?

Nein. Sowohl Dexcom Stelo als auch Abbott Lingo sind laut FDA-Zulassung rezeptfreie Geräte für gesundheitsbewusste Konsumentinnen und Konsumenten ohne Diagnose, nicht für eine ärztlich verordnete Diabetestherapie. Wer eine Diagnose hat, braucht weiterhin ein von einem Arzt verordnetes Messsystem.

Was passiert, wenn eine Smartwatch nach einem Sturz keine Reaktion vom Träger erhält?

Die Uhr fragt zunächst nach, ob Hilfe nötig ist. Reagiert der Träger eine Minute lang nicht, setzt sie automatisch einen Notruf ab und übermittelt dabei den per GPS ermittelten Standort. Diese Funktion beruht auf derselben Sensorik, die auch Fitnessdaten wie Schritte erfasst.

Welche Auflage machte die EU-Wettbewerbsbehörde für die Übernahme von Fitbit durch Google?

Die Behörde knüpfte ihre Freigabe der am 14. Januar 2021 abgeschlossenen Übernahme an die Zusage, dass Google Fitbit-Gesundheitsdaten getrennt von anderen Google-Diensten speichert und nicht für Werbezwecke nutzt. Nutzerinnen und Nutzer sollten trotzdem in den Datenschutzeinstellungen der App prüfen, welche Daten an Dritte weitergegeben werden.

Quellen

  1. IDC Worldwide Quarterly Wearable Device Tracker – Marktzahlen und Prognose 2026, IDC, abgerufen am 2026-08-26
  2. FDA De Novo Klassifizierung DEN180044 – ECG App (Apple Watch), U.S. Food and Drug Administration (FDA), abgerufen am 2026-08-26
  3. FDA 510(k) K234070 – Stelo Glucose Biosensor System (Dexcom), U.S. Food and Drug Administration (FDA), abgerufen am 2026-08-26
  4. FDA 510(k) K233655 – Lingo Glucose System (Abbott), U.S. Food and Drug Administration (FDA), abgerufen am 2026-08-26
  5. DHL successfully tests augmented reality application in warehouse, DHL, abgerufen am 2026-08-26

Der Content wurde mit Hilfe von KI erstellt, vor allem in der Recherche und Vorformulierung. Prüfung und Abnahme durch unsere Redaktion.