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Wie mobile Apps die Geschäftswelt verändern

netcomputing.de Redaktion24. September 20225 Min. Lesezeit
Wie mobile Apps die Geschäftswelt verändern
Photo by William Hook

Zusammenfassung

Mobile Anwendungen verändern, wie Unternehmen mit Kunden und der eigenen Belegschaft in Kontakt treten, und stellen Firmen vor die Wahl zwischen nativer App, Web-App und Progressive Web App. Laut Statista erreichte der mobile Handel 2025 weltweit ein Volumen von rund 2,5 Billionen US-Dollar und damit etwa 63 Prozent des gesamten Online-Einzelhandels. Weil Android und iOS getrennte Entwicklungswege verlangen und beide Systeme jährlich neue Betriebssystemversionen erhalten, endet der Aufwand nicht mit der Veröffentlichung einer App. Welche Variante sich lohnt, hängt vor allem davon ab, wie häufig eine Anwendung genutzt wird und wie viel Zugriff auf Gerätefunktionen sie tatsächlich braucht.

Mobile Anwendungen haben in den vergangenen Jahren verändert, wie Unternehmen mit Kunden in Kontakt treten und wie Mitarbeitende im Arbeitsalltag auf Informationen zugreifen. Anders als bei Programmierschnittstellen oder unternehmensweiter Software geht es bei mobilen Apps vor allem um den direkten Kontakt zum Smartphone in der Hand des Kunden oder der Mitarbeiterin, und dieser Kontakt bringt eigene technische und wirtschaftliche Fragen mit sich.

Native App, Web-App oder Progressive Web App

Eine native App wird für ein bestimmtes Betriebssystem gebaut, über den App Store oder Google Play installiert und hat vollen Zugriff auf Kamera, Kontakte oder Push-Benachrichtigungen. Eine Web-App läuft dagegen im Browser, benötigt keine Installation und funktioniert plattformübergreifend, kann aber nicht auf alle Gerätefunktionen zugreifen. Dazwischen liegt die Progressive Web App, kurz PWA: Sie lässt sich wie eine App auf dem Startbildschirm ablegen, funktioniert dank zwischengespeicherter Daten auch offline, durchläuft aber keine Prüfung durch einen App Store. Starbucks setzte 2018 auf genau dieses Modell für seine Bestellfunktion und meldete auf der Entwicklerkonferenz Google I/O, dass sich die Zahl der täglich aktiven Nutzer über die Web-Bestellung dadurch verdoppelt hatte, bei einer Dateigröße von unter 300 Kilobyte statt der rund 150 Megabyte der nativen iOS-App.

Warum mobiler Handel schneller wächst als der Rest des Onlinehandels

Käufe über das Smartphone machen inzwischen den größten Teil des weltweiten Onlinehandels aus. Nach Schätzungen von Statista erreichte der mobile Handel im Jahr 2025 weltweit ein Volumen von rund 2,5 Billionen US-Dollar und damit etwa 63 Prozent des gesamten Online-Einzelhandelsumsatzes. Für Unternehmen bedeutet das: Eine Webseite, die auf einem kleinen Bildschirm umständlich zu bedienen ist, verliert einen wachsenden Teil ihrer potenziellen Kundschaft, noch bevor diese überhaupt eine eigene App in Betracht zieht.

Apps als Werkzeug für die eigene Belegschaft

Neben der Kundenseite setzen Unternehmen mobile Anwendungen zunehmend intern ein, etwa damit Außendienstmitarbeiter Aufträge direkt vor Ort abschließen oder Lagerpersonal Bestände per Barcode-Scan erfasst, ohne an einen festen Arbeitsplatz zurückzumüssen. Für solche internen Werkzeuge muss nicht jedes Mal eine App komplett neu programmiert werden: Plattformen wie Microsoft Power Apps, Salesforce Mobile oder SAP Fiori erlauben es, bestehende Geschäftsdaten in eine mobile Oberfläche zu bringen, ohne für jede Abteilung eine eigene native App zu entwickeln.

iOS und Android verlangen zwei getrennte Entwicklungswege

Weltweit läuft nach Zahlen von StatCounter der überwiegende Teil aller mobilen Geräte, rund 70 Prozent, mit Android, während knapp 30 Prozent auf iOS entfallen. Bei den Ausgaben in Apps dreht sich dieses Verhältnis jedoch um: Nach Marktbeobachtungen stammen rund 64 Prozent der weltweiten App-Ausgaben von iOS-Nutzern, obwohl sie zahlenmäßig in der Minderheit sind. Für Unternehmen heißt das in der Praxis, dass eine native App in den meisten Fällen für beide Systeme gebaut werden muss, mit jeweils eigenem Programmierteam, eigenen Entwicklungswerkzeugen und eigenen Vorgaben des jeweiligen App Stores.

Was die Wartung nach dem Start tatsächlich bedeutet

Der Aufwand für eine App endet nicht mit der Veröffentlichung. Apple und Google bringen jedes Jahr eine neue Hauptversion ihres Betriebssystems heraus, und Apps müssen regelmäßig angepasst werden, damit sie mit den neuen Vorgaben und Sicherheitsanforderungen der App Stores kompatibel bleiben. Wer diesen laufenden Aufwand bei der Planung nicht einkalkuliert, unterschätzt die eigentlichen Kosten einer mobilen App häufig um ein Vielfaches der ursprünglichen Entwicklungssumme.

Ob sich eine native App, eine Web-App oder eine Progressive Web App lohnt, hängt am Ende davon ab, wie oft Kunden oder Mitarbeitende die Anwendung nutzen und wie viel Zugriff auf Gerätefunktionen sie dafür wirklich brauchen. Für gelegentliche Bestellungen reicht oft eine schnelle, leichte Web-Lösung. Für tägliche, intensive Nutzung mit Kamera- oder Offline-Zugriff rechtfertigt sich der höhere Aufwand einer nativen App eher.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kleiner war die Starbucks-PWA im Vergleich zur nativen iOS-App?

Die Progressive Web App von Starbucks kam 2018 mit unter 300 Kilobyte aus, während die native iOS-App rund 150 Megabyte belegte. Starbucks meldete auf der Entwicklerkonferenz Google I/O, dass sich die Zahl der täglich aktiven Nutzer über die Web-Bestellung dadurch verdoppelt hatte.

Warum geben iOS-Nutzer mehr für Apps aus, obwohl Android weltweit mehr Geräte stellt?

Nach Zahlen von StatCounter laufen rund 70 Prozent aller mobilen Geräte weltweit mit Android und knapp 30 Prozent mit iOS. Bei den App-Ausgaben dreht sich dieses Verhältnis jedoch um, denn rund 64 Prozent der weltweiten Ausgaben stammen von iOS-Nutzern. Für Unternehmen bedeutet das, dass sich eine iOS-App wirtschaftlich oft stärker lohnt als ihr Geräteanteil vermuten lässt.

Womit lassen sich interne mobile Werkzeuge ohne komplette Neuentwicklung bereitstellen?

Plattformen wie Microsoft Power Apps, Salesforce Mobile oder SAP Fiori erlauben es, bestehende Geschäftsdaten in eine mobile Oberfläche zu bringen, ohne für jede Abteilung eine eigene native App zu entwickeln. Das eignet sich etwa für Außendienstmitarbeiter, die Aufträge vor Ort abschließen, oder für Lagerpersonal, das Bestände per Barcode-Scan erfasst.

Endet der Entwicklungsaufwand einer App mit ihrer Veröffentlichung im Store?

Nein. Apple und Google bringen jedes Jahr eine neue Hauptversion ihres Betriebssystems heraus, und Apps müssen regelmäßig angepasst werden, um mit den neuen Vorgaben und Sicherheitsanforderungen der App Stores kompatibel zu bleiben. Wer diesen laufenden Aufwand bei der Planung nicht einkalkuliert, unterschätzt die tatsächlichen Kosten einer mobilen App häufig deutlich.

Quellen

  1. Mobile commerce worldwide – statistics & facts, Statista, abgerufen am 2026-08-26
  2. Mobile Operating System Market Share Worldwide, StatCounter Global Stats, abgerufen am 2026-08-26
  3. Microsoft Power Apps: Low-Code AI App Builder, Microsoft, abgerufen am 2026-08-26
  4. Salesforce App für Mobile, Salesforce, abgerufen am 2026-08-26
  5. SAP Fiori – User Experience and Apps, SAP, abgerufen am 2026-08-26

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